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Goldschatz von Hiddensee
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Der Goldschmuck wurde in den Jahren 1872 und 1874 auf der Insel Hiddensee von Fischern gefunden. Angeblich wurde er nach mehreren Sturmfluten an den Strand der Insel gespült. Unter Mitwirkung von Hofjuwelier Ahrens (damaliger Inhaber des Juweliergeschäftes Badenstr. 1 – seit Anfang 1900 im Besitz der Firma C. Stabenow) gelangte der wertvolle Fund ins Stralsunder Museum.

Der Goldschmuck von Hiddensee besteht aus folgenden 16 Geschmeideteilen mit einem Gewicht von 596 g Feingold:

1 Schalenspange (Gewandspange) 8 cm Durchmesser, 114 g
1 geflochtener Halsreif 44 cm Länge, 153 g
6 verschiedene große kreuzförmige Hängestücke von 6,4 x 6,4 bis 6,4 x 6,7 cm Größe, von 34-40 g
4 verschiedene kleine kreuzförmige Hängestücke von 4,7 x 5,0 bis 4,1 x 5,4 cm Größe, 20-22,4 g
4 kleine Zwischenglieder 2,1 x 1,2 cm Größe, 5-6 g
                    
       



Kreuzmotiv
Unbestritten ist die Verbindung der christlichen Kreuzform mit der „wikingischen" Tiersymbolik. Der Tierkopf in der Mitte könnte ein Adler- oder Eulenkopf sein. Einige Wissenschaftler sprechen aber auch von griechisch-byzantinischen Einflüssen, andere sehen eine verblüffende Ähnlichkeit mit der Hammerform des Gottes Thor (aus der nordischen Mythologie).

Fibelmotiv
Das Kreuz in der Mitte kann als christliches Symbol bewertet werden. Die wikingische Goldschmiedekunst zeigt uns feinste Golddrahtverschlingungen , zarte Rosetten und winzige aufgestreute Kügelchen des Goldgranulates. Mit etwas Phantasie kann man sich Schlangen mit kunstvoll verschlungenen Körpern vorstellen, es könnten aber auch 4 einander gegenüber gestellte Drachenköpfe sein, deren Leiber in zweizehigen Klauen enden.


Es handelt sich um den größten wikingischen Schmuckfund Deutschlands. Er ist vermutlich in der 2. Hälfte des 10. Jahrhunderts in einem Kunstzentrum Jütlands für einen Fürsten o.ä. hergestellt worden. Es gibt deutliche Hinweise auf den dänischen Wikingerkönig Harald Blauzahn, der als erster Christenkönig von 940-986 regierte. Erwähnt werden muß auch, daß im einstigen Wikingerhafen Haitabu (Schleswig) erstaunlich ähnliche Schmuckstücke bzw. deren Gußformen gefunden wurden
Als Wikinger oder auch Normannen werden frühmittelalterliche skandinavische Krieger und Kaufleute bezeichnet. Vom 8.-11. Jahrhundert brachten Entdeckungsfahrten, Raubzüge und Eroberungen die Wikinger bis an die Küsten West- und Osteuropas, Islands, Grönlands und Nordamerikas.
Die „Wikingerkunst" fand in erster Linie Ausdruck in der Gestaltung von Schmuck- und Gebrauchsgegenständen. Anfangs war der germanische Tierornamentik vorherrschend, die sich später mit Pflanzen-, Rauten- und Spiralmotiven verbindet. Greiftiere und Vierfüßler mit verzerrtem Körper, Kombinationen von Tierköpfen mit kringelförmigen Bandgeflechten sowie Dämonenmasken kommen hinzu. Der zunehmende Einfluß des Christentums im 10./11. Jahrhundert spiegelt sich durch die Verwendung neuer Symbole, z.B. Kreuz und Kruzifix, Löwe und Schlange, wieder.

Das Schicksal und die Herkunft dieses Schmuckes sind nach wie vor abenteuerlich und ungeklärt.
Einig sind sich die Experten aber darüber, daß der „Hiddenseer Goldschmuck" als eines der schönsten Zeugnisse skandinavischer Goldschmiedekunst gilt.


Traditionell seit 1920 werden im Hause Stabenow die Kreuzmotive und das Fibelmotiv in verkleinerten Nachbildungen als Anhänger, Brosche, Nadel, Ring, Manschettenknopf, Ohrschmuck und Armband in 925/000 Silber, galvanisch vergoldet, angefertigt. Die Stücke können auch in allen Goldlegierungen bestellt werden. Die hauseigene Werkstatt steht für individuelle Wünsche gern zur Verfügung. Schauen Sie bei einen Stralsundbesuch vorbei, rufen Sie uns an oder bestellen Sie einfach online.